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Rasselexikon

Spontane Entscheidungen sind – geht es um die Anschaffung von Tieren – schon im allgemeinen höchst problematisch; bei einem Hund sind sie geradezu fatal. Meist wird im Moment der Nachfrage beim Züchter nicht gleich ein Welpe zu haben sein, deshalb sind in der Regel „Massenzüchter“ die Nutznießer von Spontankäufen. Wenn dann allmählich die Erkenntnis dämmert, dass zur Hundehaltung mehr gehört als bloße Begeisterung, wird der junge Hund schnell an einen neuen Halter abgeschoben, wobei einem teuren Rassehund das Tierheim erspart bleiben dürfte – hoffentlich.

Deshalb finden Sie hier eine kleine Checkliste, die im übrigen auf jede Hunderasse zutrifft, nicht nur auf Norwich Terrier. Die einzelnen Stichpunkte helfen Ihnen, frühzeitig und realistisch einzuschätzen, ob Sie einem Hund alles bieten können, was er zu einem artgerechten Leben braucht – und zwar ein Hundeleben lang.

Erkundigen Sie sich zunächst ausführlich über die Rasse, die Sie interessiert. Lesen Sie jedes Rasselexikon, das Ihnen in die Hände fällt, besuchen Sie Ausstellungen, sprechen Sie mit Leuten, die einen solchen Hund bereits besitzen, surfen Sie im Internet – kurz, nutzen Sie alle Informationsquellen, die Sie auftun können. Dabei geht es nicht (nur) darum, wie Ihr Traumhund korrekt auszusehen hat; viel wichtiger sind der Pflegeaufwand, sein Bewegungsdrang und sein Charakter.

Haben Sie wirklich die notwendige Zeit und Bewegungsfreude, und besitzen Sie vor allem die notwendige Konsequenz, einen Hund zu einem angenehmen Hausgenossen zu erziehen, das akzeptiert und respektiert wird? In der Regel sind das Fragen, die sich alle Ehefrauen und Mütter stellen müssen, denn an ihnen bleibt „es“ meistens hängen. Natürlich ist ein Norwich Terrier kein Deutscher Schäferhund, der vier Stunden Auslauf täglich braucht. Ein Norwich wird sich Ihrem Lebensstil anpassen: Er joggt mit Ihnen im Morgengrauen oder schläft bis 10 Uhr, er wandert vier Stunden durch die Bergwelt oder liegt ruhig unterm Wirtshaustisch. Trotzdem: Sein ausgeglichenes Temperament kommt nur dann zum Vorschein, wenn er sich für seine Verhältnisse austoben kann – und zwar jeden Tag!

Und noch eines: Die Betonung liegt auf dem Wörtchen Terrier. Das heißt, Sie bekommen einen Hausgenossen, der – bleiben wir beim Beispiel Schäferhund – einen eigenen, starken Willen hat, und nicht wie ein Hütehund schlicht „abgerichtet“ werden kann. Mit Terriern zu leben heißt, sie mit Geduld und Liebe zu erziehen – jeden Tag. Das ist beim Norwich Terrier, der einen starken Bezug zu „seinen“ Menschen hat, relativ einfach. Doch auch ein Norwich probiert immer wieder mal aus, ob Sie es wirklich ernst meinen damit, dass zum Beispiel die Lebensmittel im Einkaufskorb tabu sind ... Konsequenz ist hier das Schlüsselwort – und auch das braucht seine Zeit, die Sie erübrigen müssen.

Ist das Halten eines Hundes rechtlich unproblematisch? Wohnen Sie zur Miete, brauchen Sie das Einverständnis Ihres Vermieters. Eigentümer sollten bedenken, dass es vielleicht Ärger mit Nachbarn geben könnte, der einem die Freude am Hund gründlich vermiesen kann.

Und schließlich das liebe Geld: Der Kaufpreis bei einem seriösen Züchter ist nicht gerade niedrig. Qualität hat – wie alles im Leben – seinen Preis. Außerdem müssen die Hundesteuer, Hundehaftpflichtversicherung, die Kosten für eine artgerechte Ernährung und Pflege sowie für den Tierarzt kalkuliert werden. Eventuell muss der Garten „ausbruchsicher“ umzäunt werden und so weiter.

Norwich Terrier sind im Grunde eine sehr gesunde Rasse. Doch Sie dürfen nicht nur die Kosten für die nötigen Impfungen rechnen. Ein Norwich ist trotz seiner begrenzten Kräfte so mutig wie eine Deutsche Dogge – und das kann ihn in Schwierigkeiten bringen. Unsere Momo beispielsweise hat sich einmal mit einem nicht sehr freundlichen Schwan angelegt ...

Haben Sie sich alles gründlich überlegt, heißt es, einen seriösen Züchter zu finden. Die Entscheidung für diesen oder jenen Züchter ist mindestens so wichtig wie die Auswahl des Welpen selbst. Schließlich prägen die ersten Lebenswochen Ihren Welpen für sein ganzes Leben.

Ein seriöser (Liebhaber)Züchter gibt Ihnen selbstverständlich die Gelegenheit zu einem Besuch – ja „verlangt“ sogar von Ihnen, einmal unverbindlich bei ihm vorbeizuschauen. Bei dieser Gelegenheit können Sie die Mutter Ihres künftigen Vierbeiners bewundern, vielleicht auch beide Elterntiere. Meist wird dann bei einer Tasse Kaffee über die Rasse und ihre Eigenschaften, über Zucht- und Ausstellungserfolge gefachsimpelt. Ein guter Züchter wird Ihnen auch viele persönliche Fragen stellen, etwa ob und wie lange Sie täglich berufstätig sind, ob Sie Kinder haben, wie Sie sich die Urlaubszeit vorstellen (einige Züchter nehmen den Hund während dieser Zeit in Pflege, fragen Sie ruhig danach) usw. Sie haben also genug Zeit, sich ein Bild über den Züchter und die Art und Weise seiner Hundehaltung zu machen. Umgekehrt bedeutet das: Einem Züchter, der Ihnen bereits am Telefon einen Welpen verkauft oder der Sie nur schnell abfertigt und bei dem man die Hunde nur „irgendwo“ bellen hört, sollten Sie schnell den Rücken kehren. Ebenfalls sollten die Alarmglocken schrillen, wenn sehr viele Hunde gehalten werden oder Sie Hundehäufchen entdecken, die schon längere Zeit dort liegen dürften ...

Zurück ins Wohnzimmer: Fordert Sie der Züchter auf, „Ihren“ Welpen bis dahin regelmäßig zu besuchen und besteht er darauf, dass Sie den Welpen persönlich abholen, spricht einiges dafür, dass man hier getrost einen Hund kaufen kann.

Noch ein Tipp am Rande: Welpen im Alter von acht bis zehn Wochen müssen sich furchtlos, aufmerksam und fröhlich bewegen und munter mit ihren Wurfgeschwistern spielen. Fremden Personen kann der Welpe mit aufmerksamer Zurückhaltung begegnen - was nichts mit Furcht zu tun hat -, er muss aber absolutes Vertrauen zum Züchter zeigen. Ängstliche, verschreckte Welpen sind wesensmäßig völlig untypisch und bleiben auch in der Regel verhaltensgestört. Lassen Sie von solchen Welpen besser die Finger, auch wenn sie Ihnen noch so leid tun!

Holen Sie Ihren Welpen nach Hause, bekommen Sie Impfpass, einen Entwurmungsplan und Futter für die ersten Tage mit. Die Ahnentafel ist meist noch nicht ausgestellt und wird Ihnen sofort nach Erhalt durch den Züchter zugesandt. Geben Sie bitte zunächst das Futter weiter, welches Ihr Welpe gewöhnt ist; so bleibt ihm während der aufregenden ersten Tage zumindest eine Futterumstellung erspart. Stellen Sie Ihr neues Familienmitglied auch möglichst bald dem Tierarzt vor. Zwar sind die Welpen bei der Abgabe bereits geimpft und auch entwurmt – trotzdem ist ein Tierarztbesuch ratsam. Schließlich haben Sie für Ihren Vierbeiner viel Geld bezahlt und sollten untersuchen lassen, ob das „Produkt“ auch in Ordnung ist. Das klingt jetzt zwar sehr geschäftsmäßig, dient aber allen zur Sicherheit: dem Hund, Ihnen und dem Züchter.