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Sommer auf vier Pfoten

Der Sommer ist für die meisten Menschen die schönste Jahreszeit. Damit das auch für unsere Vierbeiner so ist, gibt es viele Dinge und Kleinigkeiten zu beachten. An einem Klubabend der OG München habe ich einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Meine Tipps habe ich für Sie an dieser Stelle zusammengefasst.

Hunden macht vor allem die Hitze zu schaffen. Denn anders als der Mensch hat der Hund keine oder nur sehr wenige Schweißzellen, gibt durch Verdunstungskälte Wärme ab und reguliert so seine Körpertemperatur. Reicht Hecheln nicht mehr aus, liegen Hunde gern auf kalten Böden, Belecken das Fell oder nehmen ein Wasserbad.

Bei sehr großer Hitze kann man ein feuchtes, kaltes Handtuch hinlegen. Manche Hunde legen sich gerne darauf. Es gibt inzwischen im Fachhandel auch spezielle Kühlmatten, Kühlwesten, die man dem Hund anziehen kann oder Kühlhalsbänder. Überhitzt der Hundekörper, kommt es zu schweren Herz-/Kreislaufproblemen und im schlimmsten Fall zu einem so genannten Hitzschlag.

Hunde mit dichtem oder wolligem Fell sollte man eine schicke Sommerfrisur verpassen (lassen). Mit einem kurzen, pflegeleichten Fell kann die Haut besser atmen, man beugt Ekzemen vor und erkennt schneller und leichter sommerliche Parasiten. Achtung! Unbehaarte Körperstellen (Nasenspiegel, Ohrmuschel) bekommen leicht einen Sonnenbrand. Hier sollten Sie, vor allem bei südlicher Sonne, ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen. Das muss aber ungiftig sein, denn Hunde lecken das gerne auch wieder ab. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einer geeigneten Marke.


Die größte Gefahrenquelle: Der Hund im Auto

Autofahrten
Einen gefährlichen Hitzschlag erleiden die meisten Hunde im Auto. Aber nicht nur, wenn es in der Sonne parkt, kann es für den Hund gefährlich werden. Auch während der Fahrt muss man einige Punkte bedenken:

In Kombis sind Hunde oft im Kofferraum untergebracht; entweder in einer Gitterbox oder ein Netz trennt den Hund vom Innenraum.

Der Hund im geparkten Auto
Oben steht es bereits geschrieben: Die Gefahr eines Hitzschlags ist im geparkten Auto am größten. Schon bei einer Temperatur über 43 Grad droht Lebensgefahr. Hat es draußen auch „nur“ 20 Grad, heizt sich der geparkte Wagen binnen weniger Minuten auf 60 Grad und mehr auf. Die Sonne wandert! – und zwar schneller, als Sie denken!

Wer seinen Hund im geschlossenen Wagen in der Sonne zurücklässt, ist ein Tierquäler und es droht eine Geld- oder Haftstrafe (etwa bei nachgewiesener Absicht). Die ewige Streitfrage: Darf man einen eingeschlossenen Hund aus dem Auto befreien? So gehen Sie am besten vor:

Erste Hilfe bei einem Hitzschlag
Symptome: Taumeln, Mattheit, starkes Hecheln, starrer Gesichtsausdruck, Erbrechen, Bewusstlosigkeit

Das können Sie tun:

Der Sonnenstich
Durch direkte Sonneneinstrahlung bildet sich ein Wärmestau im Gehirn. Die Symptome sind ähnlich wie beim Hitzschlag. Ergreifen Sie dieselben Erste-Hilfe-Maßnahmen wie beim Hitzschlag.

Der Hund im Freien
Die meisten Hunde sind schlau: Lässt man sie selbst entscheiden, bewegen sie sich bei großer Hitze nur ungern. Akzeptieren Sie das und verlegen Sie Ihre Spaziergänge bzw. sportlichen Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden!

Lassen sich Spaziergänge in der heißen Tageszeit nicht vermeiden, beachten Sie folgendes:

Heuschnupfen
Tränende Augen, Bindehautrötung oder -entzündung und Niesen bis hin zu erstickungsähnlichen Anfällen: Auch unsere Vierbeiner können unter Heuschnupfen leiden. Dann verlegt man den Spaziergang möglichst besser in triste Häuserschluchten. Bei tränenden, brennenden Augen helfen gut Augentropfen (Berberil oder Wala-Euphrasia (Augentrost). Sind die Symptome heftiger, sollte man den Tierarzt um Rat fragen, der die Pollenallergie mit Medikamenten behandeln kann.

Diese Augentropfen bringen übrigens auch Linderung, wenn Wind und Sand dem Hund die Tränen in die Augen treiben. Aber auch hier gilt: Sehen Sie nicht bald eine Besserung, gehört die Bindehautentzündung in die Hände eines Tierarztes.

Strandurlaub
Salzwasser schmeckt nicht wirklich; manche Hunde probieren es trotzdem. Kleine Mengen sind aber nicht gefährlich. Viele Hunde schwimmen gerne im Meer. Danach sollten Sie das Meerwasser jedoch aus dem Fell spülen, denn das Salz juckt beim Trocknen und kann zu Haut-Irritationen führen.

Achten Sie auf Sand in den Zehenzwischenräumen. Das wirkt wie Schmirgelpapier. Spülen Sie nach dem Strandspaziergang deshalb die Pfoten gründlich mit Wasser aus.

Vorsicht vor Grannen!
Eine Granne ist eine widerhakige Borste. Besonders lange Grannen (bis zu 30 cm lang) befinden sich an der Gerste. Die langen, borstigen Außenhaare der Grannen haben winzige Widerhaken. Mit ihrer Hilfe können sich Grannen in die Erde bohren – oder eben in die Haut unserer Vierbeiner. Gefährdete Hautstellen sind vor allem die Pfoten (hier zwischen den Zehen), Ohren, Achselhöhlen.

Sitzt eine Granne im Ohr, schüttelt der Hund meist den Kopf, hält ihn schief, kratzt sich ständig. Dadurch dringt die Granne jedoch nur noch tiefer in das Ohr ein. Hat sich der Hund eine Granne eingetreten, fängt er oft an zu hinken, es bildet sich eine Schwellung.

Erste Hilfe: Wenn man die Granne sieht, kann man sie vorsichtig mit einer Pinzette herausziehen. Auch das Auftragen einer Zugsalbe kann helfen. Kann man die Granne nicht fassen, muss der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden, denn die Gefahr ist groß, dass sich die Stelle entzündet.

Vorbeugen ist besser als heilen: Meiden Sie im Spätsommer Stoppelfelder. Suchen Sie nach jedem Spaziergang den Hund gründlich ab bzw. kämmen Sie ihn. Achten Sie dabei nicht nur auf lose im Fell sitzende Grannen, sondern auch auf Schwellungen. Dann hat sich die Granne vielleicht schon unter die Haut gebohrt.

Im Garten

Bringen Sie Ihre Gartenchemikalien (Schneckenkorn etc.) hundesicher unter!

Achten Sie auf giftige Pflanzen, etwa Efau, Blau- und Goldregen, Oleander etc. Hier sind vor allem Welpen gefährdet, die gerne an Pflanzen herumkauen. Im Internet findet man verschiedene Seiten, die alle giftigen Pflanzen auflisten und beschreiben. Gestalten Sie wenn möglich Ihren Garten hundefreundlich und entfernen sie alle giftigen Pflanzen.

Grillparty
Hunde können dem Duft von Gegrilltem genauso wenig widerstehen wie wir Menschen. Doch: Grillfleisch ist meist mariniert und viel zu salzig. Kotelett- oder andere Knochen können zu Verstopfung führen oder splittern. Deshalb gilt: Schnauze weg von Grillresten! Sagen Sie das unbedingt auch Ihren Gästen, die keine Hundeerfahrung haben.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund auch kein rohes Fleisch vom Tisch stiebizen kann (Schweinefleisch ist hier besonders gefährlich, denn es kann das Aujetzki-Virus übertragen, welches für Hunde tödlich ist). Und denken Sie auch an den Abfall; bringen Sie ihren Abfall „hundesicher“ unter.

Mancher Hund hat sich Schnauze und Pfoten auch schon an heißen Kohlen verbrannt oder sich schlimme Verätzungen mit Resten von Grillanzündern zugezogen.

Achten Sie während der Grillparty einfach verstärkt auf Ihren Hund, oder bringen Sie ihn währenddessen sicher im Haus unter.

Gehen Sie im Sommer in öffentlichen Parks spazieren? Dann denken Sie auch hier an Grillplätze, und nehmen Sie ihren Hund vorsichtshalber an die Leine. In München ist vor allem der Flaucher an der Isar im Sommer sprichwörtlich ein gefundenes Fressen, was Grillreste angeht.

Beobachten Sie bei Ihrem Hund Übelkeit oder Schmerzen, kann der Tierarzt mit Medikamenten Erbrechen auslösen. Das ist oft besser, als zuzuwarten, ob Besserung eintritt.

Insektenstiche / Parasiten

Die beste Vorsorge: Lassen Sie Ihren Hund keine Fliegen jagen oder nach ihnen schnappen bzw. gewöhnen sie ihm das konsequent wieder ab. Denn der Hund kann nicht unterscheiden zwischen harmlosen Fliegen und Wespen.

Erhöhte Vorsicht bei Obst- und Blumenwiesen

Nicht nur Zwetschgendatschi, auch der Geruch von Fleisch zieht Wespen magisch an. Vorsicht ist nicht nur bei Grillgut (und -abfällen!) geboten, sondern auch bei Futterresten im Hundenapf.

Erste Hilfe bei Wespenstiche & Co.

Achtung! Manche Hunde reagieren hoch allergisch auf Wespenstiche; es kann auch zu tödlichen Schockzuständen nach einem Wespenstich kommen. Das weiß man vorher leider nicht, deshalb kann man vorsorglich beim Tierarzt auch Prednisolon-Tabletten besorgen (den Tierarzt unbedingt nach der Dosierung fragen!). Einen allergischen Schock erkennt man an weißen Mundschleimhäuten und schlechtem Allgemeinbefinden. Den Hund unbedingt zur Kontrolle dem Tiearzt vorstellen!

Herbstgrasmilben
Die Larven der Herbstgrasmilbe lösen juckende Quaddeln aus, meist zwischen den Zehen, in der Ohrfalte, an den Ohrrändern und am Lidrand. Der „Spuk“ vergeht nach drei Wochen von selbst. Viele Hunde kratzen und beißen sich jedoch an den juckenden Stellen und die Stellen können sich entzünden. In diesem Fall kann der Tierarzt helfen.
Milben mögen keine große Hitze, deshalb kann man auch probieren, die Stellen einige Minuten zu föhnen. Achtung! Vorher mit der Hand prüfen, dass es nicht zu heiß wird!

Fliegen und Fliegenmaden
Futterreste im Sommer nicht lange stehen lassen, sondern bald entfernen. Fliegen legen dort gerne ihre Eier ab.
Fliegeneier bzw. –maden können im Sommer auch ein Problem in langem, wuscheligem Fell werden. Deshalb dem vierbeinigen Kameraden besser einen luftigen Sommerhaarschnitt verpassen (lassen) bzw. den Hund täglich nach Parasiten (Zecken, Milben etc.) absuchen.
Bei Parasitenbefall auch an die Reinigung der Liegeflächen (Körbchen und Decken) denken!

Achtung! Kokzidien
Vor allem im Sommer können sich Hunde durch Fressen von Kaninchenkot mit Kokzidien infizieren. Das sind mikroskopisch kleine, einzellige Darmparasiten. Bei jungen Hunden kann das zu Durchfall mit Blut und Schleim im Kot sowie Austrocknung und Blutarmut führen.

Sonstige Tipps und Gefahren